im oktober 1998 meinte Kay :

Wie sah Dein Leben vor ((tam)) aus?

-geboren am 23.03.70 in Leipzig, wo sonst!
-10 Jahre Schule mit französisch, weil ich keinen Bock auf englisch hatte
-Lehre als Drucker (86-88), wollte eigentlich erst Lehrer werden. Ich arbeitete in 3 Schichten und wurde eigentlich schon vor Beendigung der Lehre geschmissen, weil ich immer zu spät kam und Fehl-Schichten hatte.
-Nebenjobs: Zu DDR-Zeiten habe ich mit Freunden in der Deutschen Bücherei als Gardrobier gearbeitet. Das war der Hammer, wir haben uns immer Tapes zusammengeschnitten und selber draufgesungen oder getrommelt.
1.Band "Danse Macabre", später wurde daraus "ChristCreepsBackwards", kurz CCB. Das war so 1987, also mit 17 Jahren. Am Anfang habe ich Bass gespielt. Als der damalige Drummer aber mal auf's Klo mußte, setzte ich mich an das Schlagzeug. Und seitdem bin ich Drummer. Wahrscheinlich bin ich ein Naturtalent, denn ich hatte vorher noch nie gespielt.
Dann lernte ich Joey kennen, im Berühmten Grafikkeller, wo man damals alle Leute kennengelernt hat. So auch Donis. Joey und ich wollten unbedingt ein Projekt zusammem starten, mit der Härte von "Tishvaisings" und dem Groove von "CCB" und da ist halt "D.O.D." rausgekommen. Nachdem wir verschiedene Bassisten gecheckt hatten, kamen wir wieder auf Rajko zurück. Er war einfach der Beste. Damals machten immer die selben Leute Musik, es war die reinste Inzucht, und wir wollten mal was anderes probieren, aber an Rajko kam keiner ran. Im gemeinsamen Proberaum von "CCB" und "D.O.D." ist dann eigentlich die ((tam))-Idee geboren worden.

Was hälst Du von Cover-Versionen?
Sehr viel, wenn sie gut gemacht sind. Es gibt einige sehr gute Sachen, aber das meiste ist Schrott und heutzutage ist das Ganze etwas überstrapaziert. Grundsätzlich ist es keine schlechte Sache, egal ob als Remix oder Coverversion. Zu unseren eigenen Coverversionen. Damals "Kerosene" kam jedem aus der Seele. Bei "Two Tribes" hatte ich schon gemischte Gefühle, letztendlich ist es aber eine gelungene, fette, harte Variante geworden.

Bevorzugst Du eher Clubs oder Festivals für die Auftritte?
Auf jeden Fall Clubs. Hotten bei einem Festival Tausende ab, ist es O.K., ansonsten ist aber die Enge eines Clubs faszinierend. Man spielt zwangloser, ist mit den Leuten richtig zusammen, die Lust und Laune am Spielen kommt viel mehr und der Sound ist meist sehr geil. Größerer Partyfaktor als bei Festivals, welche aber sehr wichtig sind. In Sachen Backstage bin ich relativ genügsam. Mittlerweile haben wir auch die Zeit abgelegt, wo wir saubere Backstages ziemlich verwüstet haben.

Wann und wo warst Du zuletzt im Urlaub und wohin geht's demnächst?
Urlaub hab ich ewig nicht mehr gemacht. Ab und zu fahr ich mal nach Bern zu meiner Freundin. Ansonsten bin ich gar nicht so der Urlausmensch. Vor zwei Jahren waren meine Freundin und ich mal 5 Tage in Prag. Meistens hab ich sowieso kein Geld, noch weniger Zeit und gar nicht die Ruhe dazu. Auf New York oder Tokio z.B. hätte ich natürlich schon mal Lust.

Wovor hast Du Angst?
Vor allem in der Musik habe ich manchmal Selbstzweifel. Beim Endmix mit Rajko überlegen wir immer, ob es nun so das Richtige ist oder auch nicht, da liege ich nächtelang wach.

Was hast Du für gute bzw. schlechte Eigenschaften?
Ich kann sehr geduldig sein, aber oft auch sehr ungeduldig. Manchmal labere ich vielleicht etwas zuviel und bin ab und zu ziemlich unorganisiert. Andere Leute so zu nehmen, wie sie sind, ist sicherlich eine gute Eigenschaft von mir. Außerdem koche ich ziemlich gut.

Welche war Deine erste gekaufte Platte?
Bestimmt eine Heavy Metal-Platte. Dead Kennedys war auch mit eine der ersten. Die hab ich mir sogar zweimal gekauft, denn es war ein Poster drin und ich wollte natürlich beide Seiten an der Wand haben.

All Time Hates?
Dummheit, extreme Intoleranz, nicht diskutieren können. Ich finde es furchtbar, wenn Diskussionen einfach abgewürgt werden, nur dumm rumgelabert bzw. in den Wind geredet wird. Wenn Leute ihr Leben nicht in den Griff bekommen. Bei Musik tue ich mich immer schwer, irgend etwas zu hassen. Mir ist es zu aufwendig, die Energie zu verschwenden und die Nerven. Es gibt Bands, die ich nicht mag, aber sollen sie doch ihren Scheiß machen. Bei Eurodance und Volksmusik kann man jedoch schon von Hass sprechen.